RICHARD-WAGNER-PLATZ

Richard-Wagner-Straße
Schustehrusstraße
Otto-Suhr-Allee
und Umgebung

Bilder von gestern und heute aus Charlottenburg


—  Eingerichtet für große Bildschirme  —
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Aktualisiert:   01.  11.  2018






Heutiger Blick auf einen von insgesamt sieben U-Bahn-Ausgängen am Richard-Wagner-Platz in Berlin-Charlottenburg.  –  Aufnahme: 11.05.2018.








Berliner Straße 1820 auf einer Postkarte von 1912
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ie Postkarte, gelaufen 1912, gibt einen Stich von 1820 wieder, auf dem die älteste bekannte Darstellung der Berliner Straße (seit 1957 Otto-Suhr-Allee) zu sehen ist. Am Ende der Fluchtlinie ist das Schloss Charlottenburg erkennbar. Straßen sind mehr oder weniger breite Sandwege, durchzogen von Spuren der Kutschen und Fuhrwerke. Man grüßt einander, ein Pferdebursche tut geflissen seinen Dienst. Ein Hund zieht brav einen Milchwagen durch den Sand (rechts im Bild).

Das Versickern der Hinterlassenschaften von Pferden und Hunden bewirkt vor allem im Mai, wenn Frühlingsstürme den Sand aufwirbeln, einen wochenlangen üblen Geruch, berichten damalige Berliner Zeitungen über die großen Alleen. Ohnehin kennt man keine Kanalisation im heutigen Sinne; 1831 bricht seit langer Zeit erstmals wieder die Cholera aus ...








Dassselbe, in einigen Teilen etwas geänderte Motiv auf der Rückseite eines Geldscheins aus dem Jahre 1921.








Mondscheinpostkarte, gelaufen 1898

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u sehen ist ein Exemplar einer 1898 gelaufenen Postkarte, die zu einer um 1900 beliebten Postkarten-Kategorie gehört, für die ein eigener Begriff geprägt wurde: «Mondscheinpostkarte». Die Perspektive ist hier die eines Betrachters, der in der Mitte des Wilhelmplatzes (heute Richard-Wagner-Platz) steht und gen Schloss blickt. Vor dem hohen Gebäude rechts zweigt ein Weg ab, der zwischendurch «Spreestraße» und heute «Winterfeldtstraße» heißt. Wie auf sehr vielen Postkarten mit der Darstellung des Wilhelmplatzes jener Jahre rückt das Nebeneinander verschiedener Verkehrsmittel wie beiläufig ins Bild: Pferdefuhrwerk, Pferdeschienenbus, pferdlose Straßenbahn ...

Unten: Es war ein von der Deutschen Reichspost geforderter Standard, dass der Absender seine Mitteilung auf der Vorderseite der Karte niederschrieb, während die Rückseite technisch-postalischen Angaben vorbehalten bleiben sollte.

Vergrößerung der Rückseite der 1898 gelaufenen Postkarte:









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lick auf die West-/Südwestseite des Wilhelmplatzes (heute Richard-Wagner-Platz). Diese Ansichtskarte lief 1903. Etwas Besonderes ist hier die Wiedergabe der Geschäftszeile einschließlich des abschließenden einstöckigen Eckhauses an der nördlichen Seite der Scharrenstraße, ab 1950 Schustehrusstaße. Auffallend ist die großflächige Alpen-Wandmalerei der Schweizer Schokoladenfirma Suchard. Die Höhe des ins Bild gesetzten Turms der Louisenkirche (links) ist eine malerische Zutat; leichthin gepinselte kosmetische Ergänzungen waren bei Photo-Postkarten nicht unüblich.
Bildmitte: Erkennbar an dem Gebäude ist das Firmenschild der Firma «Loeser & Wolff», eines am Alexanderplatz ansässigen Zigarren-Unternehmens, das hier, am Wilhelmsplatz in Charlottenburg, eine Verkaufsfiliale betrieb. Das Unternehmen wurde 1937 «arisiert».








Blick auf die West-/Südwestseite des Wilhelmplatzes. Die Ansichtskarte lief 1904.










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lick nach Südwesten durch die (heutige) Schustehrusstraße. Auch dorthin führen Gleise der Straßenbahn und zweigen dann nach links in die Wilmersdorfer Straße ab. — Ungelaufene Postkarte, die um 1912 im Handel war.











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ei sehr genauem Hinsehen erkennt man auf der am 03. 11. 1903 gelaufenen, hier sehr vergrößerten Photo-Postkarte neben vielen anderen Details durch die Baumgerippe hindurch unter dem dunklen Dach des niedrigen Hauses vielleicht einige Buchstaben, die sich zu dem Wort «Apotheke» ergänzen lassen. Vor dem Grundstück ist eine helle Plattenwand hochgezogen, als sei die Apotheke nicht mehr in Betrieb. Nach ihrem Abriss "wanderte" sie auf die gegenüberliegende Straßenseite und ihr ursprüngliches Areal wurde zuzüglich weiterer Grundstücke für die Errichtung des neuen Charlottenburger Rathauses verwendet. Dessen offizieller Baubeginn war am 17.06.1899, die Einweihung am 20.05.1905.

Nimmt man den Standort des damaligen Photographen ein, ergibt sich heutzutage dieser Anblick:




Blick auf den Richard-Wagner-Platz 2016
(Standort des Photographen angenähert dem im vorigen Bild)








 

Wie es geplant war (Quelle: Berliner Bauzeitung, Jg. 1922)

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Blick auf das Rathaus – Kolorierte Postkarte, gel. 1910










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orderseite einer offenbar im Ratskeller des Rathauses Charlottenburg geschriebenen Postkarte, gelaufen 29.05.1905. Handschriftlicher Zusatz: «Hier ist's furchtbar nett!» – Und so liest sich's rückseitig:












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och einmal der Ratskeller. Die Zeit, aus der diese Ansichtskarte stammt, ist nicht schwer datierbar, wie der Herr im Bildrahmen rechts erkennen lässt. Sein Blick geht zur Eingangstreppe, so dass der ankommende Besucher gleich einen Eindruck vermittelt bekommt, wer hier wen im Blick und das Sagen hat, solange sich kein Oberkellner aufbaut. Nichts wirkt unaufgeräumt. Die Speisenkarten stehen in Reih und Glied und die Falten der Tischtücher scheinen wie von selbst gleichförmig zu fallen und zu erstarren. Aufnahmen von Restaurants, bei denen kein einziger Mensch zu sehen ist, während eine fast überirdisch wirkende und erstarrte Ordnung des Mobiliars und der Gebrauchsgegenstände inszeniert wird, sind kennzeichnend für photographische Aufnahmen von Restaurants in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Nach wie vor wird der Ratskeller im Rathaus Charlottenburg als Restaurant betrieben. Die Inneneinrichtung ist heute etwas anders als das, was auf der Postkarte zu sehen ist.










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ie am 24.09.1916 gelaufene Karte zeigt das Rathaus Charlottenburg aus östlicher Sicht.
Um die Ecke der Seitenstraße rechts (heute: Warburgzeile ) erstreckt sich das Postamt, auffallend mit seinem Eckresaliten und dessen ornamental aufwändig gestalteten Aufsatz. Rechts das Logen-Gasthaus.

Aus annährernd gleicher Perspektive aus heutiger Sicht (2018):











Blick auf die Fassade des Rathauses (30.09.2018)










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ie 1907 gelaufene Photopostkarte zeigt den Wilhelmplatz (heute Richard-Wagner-Platz) aus Nordwesten. Der Standort des Photographen ist, was sich nachprüfen lässt, ein oberes Stockwerk oder das Dach des Hauses Richard-Wagner-Straße 45 (damals «Spreestrasse»). Im Vordergrund die zwei Ausgänge der damaligen Endstation der «Untergrundbahn», so die Schrift im Giebel. Der Aufbau des einen von beiden befindet sich heute rechts um die Ecke, in der Otto-Suhr-Allee.
Nimmt man heutzutage vor besagtem Haus und zu ebener Erde den Platz in den Blick, kann sich Folgendes ergeben:





Der Kubus mitte-rechts ist ein 2015 in Betrieb genommener Eingang/Ausgang des Fahrstuhls zum U-Bahnsteig.  –  Aufnahme 29.12.2016










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lick aus der Richard-Wagner-Straße auf den Richard-Wagner-Platz um 1960. Rechts neben dem Möbelgeschäft: Einmündung der Behaimstraße in die Richard-Wagner-Straße.










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lick auf die Nord-West-Ecke des Wilhelmsplatzes (heute Richard-Wagner-Platz) auf einer 1899 gelaufenen Karte. Zur Orientierung: rechts biegt die Spreestraße ab (heute Wintersteinstraße).





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och einmal die Nord-West-Ecke, diesmal mit einer Nahaufnahme des Eingangs zu "Wilhelms Hof" (ohne Apostroph!). Auch diese Postkarte lief 1899. Die Bildqualität ist leider nicht besonders. Auf der schwarzen Tafel links erfährt man etwas über die Art des Angebots, nämlich «Déjeuners, Diners, Soupers». Auf der Tafel rechts ist gerade noch das Wort «Festsäle» erkennbar.










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enkmal für Magnus Hirschfeld am Rathaus Charlottenburg in Berlin. Genauer: Es handelt sich um die metallene Stele rechts. Bretter und Kästen gehören ursprünglich nicht dazu, insofern liegt kein Werk der künstlerischen Gattung «Installation» vor.

Das Bild zeigt   –   kein Scherz   –   den Zustand am Berliner «Tag des Denkmals» im Jahr 2017.

Zudem haben es die für die Errichtung des Denkmals Verantwortlichen so einladend an den Rand des Bürgersteigs gestellt, dass sich vor allem Hunde und ihre Halter angezogen fühlen. Insbesondere sommers sieht man gelegentlich auch Männer, die einfach mal die Hose herunterlassen und sich entleeren.

Verweis (extern):
 >>>  Magnus Hirschfeld, Berlins Drittes Geschlecht   (Berlin-Charlottenburg 1904)










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lick in den Spreeweg (heute Richard-Wagner-Straße) mit den beiden Ausgängen des Endbahnhofs der U-Bahn. Kolorierte Photopostkarte, gel. 1917.










Vorder- und Rückansicht einer Straßenbahnfahrkarte 1922 (vergrößert). Der Wagen fährt Richtung «Spandauer Berg».











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ie Photopostkarte mit der Ansicht der Schlossbrücke lief 1921. Auffallend sind hier vor allem die zahlreichen Industriekähne, also Anzeichen für eine rege Gewerbeschiffahrt.









Supraporte über dem Eingang des Ratskellers

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er «Ratskeller» ist ein im westlichen Flügel des Rathauses Charlottenburg befindliches öffentliches Restaurant, das sich wegen seiner großzügigen räumlichen Dimensionierung vor allem für Gruppenaktivitäten aller Art eignet: Vereinstreffen, Klassentreffen, Geburtstagsfeiern, Touristengruppen, Arbeitsgespräche ...

In der Nacht vom 27. zum 28. Mai 2018 warfen zwei Personen von draußen Steine durch die Fenster des Restaurants und flüchteten. Über den Vorfall, vermutlich politisch motiviert, berichteten mehrere Zeitungen. Im Forum des Berliner «Tagesspiegel»-online gelangten anschließend 225 Äußerungen von Lesern zur Veröffentlichung:

>>>  Mit Steinen beworfen ...











Rathaus Charlottenburg: Beflaggung anlässlich des Al-Quds-Tages (08.06.2018; Aufnahme: 09.06.2018)










Wie stellen sich Charlottenburg und Berlin von der Aussichtsplattform des Charlottenburger Rathauses dar?

Immer wieder fragen Touristen, insbesondere aus Asien, warum diese «Kirche» sonntags geschlossen sei und ob und wann man auf den Turm komme ...

Der Turm ist für «normale» Besucher grundsätzlich gesperrt. Es führt eine Treppe hinauf. Raum für einen Fahrstuhl wäre genug vorhanden.

Die folgenden, zu einem Video-Clip verbundenen Aufnahmen entstanden am Berliner «Tag des Denkmals» im Jahr 2010. Es handelt sich um das erste im Internet veröffentlichte Charlottenburger Rathausturm-Video überhaupt. Hierfür stand nur eine Billig-Kamera zur Verfügung. Insbesondere die Aufnahme über den dichtbebauten Bereich in Richtung Teufelsberg lässt erahnen, dass hier mit besseren Geräten noch ganz andere Möglichkeiten gegeben sind.

Wegen Problemen mit einigen Browsern wurde darauf verzichtet, den Video-Clip automatisch skalieren zu lassen. Der mp4-Video-Clip kann jedoch – mit Qualitätsminderung – im Vollbild-Modus abgespielt werden: Hierzu auf das Symbol mit den vier Pfeilen unten rechts in der Kontrollleiste unter dem Video klicken.







Die Bilder im Einzelnen:

  • 0.18: Blick nach Norden in die rückseitigen Höfe des Rathauses, dessen Turm im Bild als Schatten erscheint
  • 0.40: Blick nach Norden auf das Seniorenheim der Caritas (Iburger Ufer) und das Heizkraftwerk (Am Spreebord)  –  dazwischen fließt von Osten nach Westen, im Bild nicht sichtbar, die Spree
  • 1.03: Blick nach Osten über die Otto-Suhr-Allee zum Ernst-Reuter-Platz
  • 1.22: Blick nach Südosten auf das Stadtbad Krumme Straße und das Parkhaus der Deutschen Oper
  • 1.43: Blick nach Südwesten auf den Teufelsberg (Grunewald)
  • 2.04: Blick nach Westen über die Otto-Suhr-Allee auf das Schloss Charlottenburg

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Richard-Wagner-Platz im Stadtplan:

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